Vincent Peirani

Sonntag, 22. September 15.00 Uhr


Vincent Peirani – Der neue Atem des Jazz

Vincent Peirani gehört zu den führenden französischen Jazzmusikern. Er kennt die Jazztradition ebenso gut wie die klassische europäische Musikgeschichte, er ist wie jeder Jüngere mit Pop und Rock aufgewachsen und nutzt all das, um seinen eigenen Weg zu gehen. Er spielt nicht einfach nur Jazz, er macht Musik und ganz Paris ist dabei sein Atelier. Die Straßen und Plätze seiner Wahlheimat Paris sind für ihn musikalische Inspiration, stets ist er auf der Suche nach neuen Klängen. Sein Instrument beherrscht er so perfekt, dass es mal klingt wie eine Orgel, mal wie ein Klavier, dann wie ein Blasinstrument oder eine menschliche Stimme. Genauso vielfältig ist der Stil Peiranis. In Frankreich ist er längst ein Star, in Deutschland macht er seit ein paar Jahren Furore als einer der kreativsten Musiker der europäischen Szene.

Geboren 1980 in Nizza, beginnt er mit elf Jahren Akkordeon zu spielen. Ein Jahr später nimmt er am „Conservatoire National de Région“ in Nizza Unterricht in klassischer Musik für Akkordeon und Klarinette. Schon im Teenageralter gewinnt er zahlreiche internationale Preise. Mit 16 Jahren entdeckt er den Jazz und beginnt nach schwerer Krankheit 2001 ein Jazzstudium am „Conservatoire National Supérieur de Musique“ in Paris. Anfangs erntet er mit seinem Instrument, dem Akkordeon, und seiner klassischen Laufbahn Skepsis, überzeugt aber bald durch einen ganz neuen Blick auf das Instrument, macht sich in der Jazzszene Frankreichs einen Namen. Diese Erfolge ermöglichen Peirani europaweite Festivalauftritte wie etwa in Bayreuth, Salzburg, Wien, Rom oder Stockholm. Seinen großen Durchbruch hat er 2003 mit dem ersten Preis der „La Défense Jazz Competition“. Ein Türöffner für die Zusammenarbeit mit der Crème de la crème der französischen Jazzszene.

Schüchtern wirkt der französische Akkordeonist Vincent Peirani ganz bestimmt nicht. Der schlanke, fröhliche Zweimeterriese mit Rauschebart, der stets barfuß auf die Bühne kommt, lässt sich von Led Zeppelin genauso inspirieren wie von Henry Purcell. Peirani, der ursprünglich Schlagzeuger werden wollte, macht das Akkordeon auch zu einem veritablen Rock’n’Roll-Instrument. Vincent Peirani: „Ich komponiere niemals auf dem Akkordeon, ich schreibe auf dem Papier. Auf meinem Instrument habe ich Angst, in eine gewisse Systematik zu verfallen.“

Peirani präsentiert sich heute eindrucksvoll als intelligenter, raffinierter Komponist und virtuoser, tief musikalischer Instrumentalist und Geschichtenerzähler. Sein Experiment, viele Stile zu mischen, ist geglückt. Eine Musik, die vor Dynamik und Spielfreude geradezu explodiert. Für seine sechs Alben, in denen Weltmusik, Jazz, Pop und Klassik mühelos zusammenfließen, hat der Franzose schon vier Jazz-Echos eingeheimst.

„Was der aus Nizza stammende Pariser dem Knopfakkordeon und der Akkordina entlockt, hat man so noch nicht gehört.“ – Süddeutsche Zeitung

Das Konzert von Vincent Peirani wird Ihnen präsentiert von der Fa. Holemans und der Teppichgalerie Zomorrodi (Düsseldorf)


Jasper van´t Hof

Sonntag, 13. Oktober 15.00 Uhr

Jasper van´t Hof – European Jazz Legend

Bei dem Versuch, die musikalischen Wege des 1947 in Enschede/ Niederlande geborenen Pianisten und Keyboarders Jasper van’t Hof zu beschreiben, drängt sich unwillkürlich der Vergleich mit dem märchenhaften Pelzwechsler auf. Wie dieser besitzt van’t Hof die Gabe, in unterschiedliche Häute zu schlüpfen, sich darin wohl zu fühlen und sie vollständig auszufüllen. Bands wie Association PC, die kurzlebige Formation Eyeball oder die Maßstäbe setzende Gruppe Pork Pie stehen für den Fusion-Jazzer Jasper van’t Hof. Es waren jeweils Bands, die historisch am Beginn neuer Entwicklungen im Jazz- und Rockbereich standen.
Daneben aber hat er immer auch – beinahe puristisch – Jazz gespielt, hat Solokonzerte am Konzertflügel gegeben, bei denen eine Empfindsamkeit dominierte, die kaum glaublich schien, wenn man ihn als „Feuerkopf“ bei anderer Gelegenheit an den Keyboards erlebt hatte. Und nach wie vor gibt er bewegende Duo-Konzerte mit Partnern wie Bob Malach, Tony Lakatos oder Heinz Sauer.

Für die dritte „Haut“ steht sein höchst erfolgreiches Ethno-Fusion-Projekt PILI PILI, mit dem van’t Hof einige Zeit vor dem Start des Ethnotrends sogar Clubhits lieferte. Das Geheimnis war die Kombination von afrikanischen Musikern, von denen einige inzwischen Stars im Weltmusikbereich geworden sind, mit europäischen Jazzmusikern.

In den frühen siebziger Jahren hörte van´t Hof zum ersten Mal ein Soloalbum des amerikanischen Pianisten Chick Corea. Er war tief beeindruckt von dessen Improvisationen und stellte fest, dass die Musik des Amerikaners seine Aufmerksamkeit in jedem Moment fesselte. Es ist die ultimative Herausforderung jedes Solisten, den Kontakt zum Zuhörer während des gesamten Konzertes nie zu verlieren.

Bei seinen Solo-Recitals finden sich neben überbordend fröhlichen Ausbrüchen vor allem sensible Klangauslotungen, impressionistische Farbgebungen, die Musikgeschichte gewissermaßen im Sauseschritt durchleuchtende Inspirationen, die ihn mal bei Bach halten lassen, mal zu Debussy führen oder mal dem Cool-Jazz Reverenz erweisen. Manchmal singt sich Jasper van´t Hof seine Eingebungen selbst vor, setzt am Flügel um, was sein Gefühl ihm eingibt. Dabei können seine Ideen von Bachscher Klarheit sein oder mäandernd pianistische Kapriolen in Pastell schlagen oder mit vertrackter rhythmischer Gegenläufigkeit oberieren.

Am 6. Dezember 2018 erhielt Jasper van ‚t Hof den Buma Boy Edgar-Preis, den wichtigsten Preis in den Niederlanden im Bereich Jazz und improvisierte Musik. Der begehrte Preis wurde ihm während eines komplett ausverkauften, von Van ‚t Hof selbst komponierten Konzertabends vergeben.

„Schier unerschöpfliche Energie, gepaart mit feinfühligen Interpretationen, geben dem kraftvollen Spiel grosse Leichtigkeit und garantieren einen Hörgenuss.“ (JAZZPODIUM)


Das Konzert von Jasper van´t Hoff wird Ihnen präsentiert von der Volksbank Rhein-Lippe eG


Ferenc Snétberger

Sonntag, 10. November 15.00 Uhr


Ferenc Snétberger – Moderne Gitarrenpoesie

Ferenc Snétberger wurde 1957 in Nordungarn als jüngster Sohn einer Musikerfamilie geboren. Snétberger studierte klassische Musik und Jazzgitarre und ist heute besonders für seine Improvisationskunst und sein die Genregrenzen überschreitendes Spiel bekannt.

Sein Repertoire ist inspiriert von der Roma-Tradition seiner Heimat, der brasilianischen Musik und dem Flamenco ebenso wie von der klassischen Gitarre und dem Jazz. Er hat zahlreiche Alben unter eigenem Namen veröffentlicht und seine Konzertreisen führten ihn durch ganz Europa, Japan, Korea, Indien, Vietnam und die USA. 1995 komponierte er das Concerto für Gitarre und Orchester „IN MEMORY FOR MY PEOPLE“ anlässlich des 50. Jahrestages der Beendigung des Holocaust, welches er seinem Volk widmete. Das Konzert wurde vom Komponisten selbst mit Kammerorchestern in Ungarn, Italien und Deutschland aufgeführt, 2007 auch im New Yorker Hauptquartier der Vereinten Nationen anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags. Als Solist führte er neben eigenen Komposionen auch Luciano Berios Sequenza XI (per chitarra sola) auf, mit Orchester hat Snétberger Konzerte von u.a. Vivaldi und Rodrigo interpretiert. Snétberger schrieb Musik für Film und Theater. 2002 wurde Ferenc Snétberger Ehrenbürger seiner Geburtsstadt und erhielt zwei Jahre später den ungarischen Verdienstorden. 2005 wurde ihm in Budapest der Franz-Liszt-Preis zuerkannt, 2014 wurde ihm der Kossuth – Preis verliehen.

Im Jahr 2004 formte Snétberger sein Trio mit dem legendären norwegischen Bassisten Arild Andersen und dem in Norwegen ansässigen italienischen Drummer/Perkussionisten Paolo Vinaccia. Die kongeniale Zusammenarbeit mit Markus Stockhausen begann1999. In den Kompositionen für Gitarre und Trompete finden die beiden Musiker zu einer gemeinsamen Sprache und dokumentieren auf verblüffende Weise ihre gemeinsame Könnerschaft.

2011 trat Snétberger in der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages auf, in dem mit Zoni Weisz das erste Mal ein Sinto die Gedenkrede hielt.

Ferenc Snétberger wurde 2016 für sein ECM-Solodebüt „In Concert“ („A beautiful, assured performance“ – All About Jazz) international gefeiert – und stieß mit seinem neuen Album „Titok“, das im Trio mit dem schwedischen Bassisten Anders Jormin und dem US-Schlagzeuger Joey Baron entstand, bei Kritikern und Publikum wiederum auf großen Zuspruch. Aufgenommen im Mai 2017 im legendären Rainbow Studio in Oslo und von Manfred Eicher produziert, ist Titok ein Album mit Musik voll einladender Wärme und mit einem Schwergewicht auf äußerst melodiöser Improvisation und Interaktion, das den Hörer sanft in seine Klangwelt hinüber zieht.

Mit seiner nylonbesaiteten Gitarre reist Snétberger ständig um die ganze Welt. Aus ihr klingt es zuweilen melancholisch, jedoch niemals sentimental. Bei aller Präzision des Spielers ist da immer eine Wärme spürbar, die direkt zurückverweist auf Snétbergers Tzigane-Erbe.“ (Karl Lippegaus)

Das Konzert von Ferenc Snétberger wird Ihnen präsentiert von der Fasselt Stiftung